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Thomas Brommund: “Das Web 2.0 erfordert eine Trendwende in der Webanalyse”

Ein Gastbeitrag von Thomas Brommund, Geschäftsführer des Web-Analytics-Beratungsunternehmens contentmetrics und Autor des Blogs smartmetrics.

thomas_brommund_contentmetrics_kl“Bis vor kurzem war der Aktionsradius für Webanalysten klar definiert: Ihr Arbeitsbereich war die Unternehmens-Website oder der Online-Shop, dessen Erfolge sie maßen und analysierten. Das ist vorbei: Heute wird von Webanalysten zunehmend gefordert, auch jenseits der Unternehmenssites zu forschen. Grund: Eine Unternehmens-Homepage ist in der Regel nur noch ein Content-Angebot von vielen. Im Web 2.0 bekamen sie jede Menge Konkurrenten, die mit ihr um den besten Platz in den Suchmaschinen buhlen.

Die neuen Konkurrenten der klassischen Homepage sind:

  • Inhalte, die das Unternehmen selbst auf Web-2.0-Plattformen veröffentlicht, etwa auf Facebook, MySpace und YouTube
  • Inhalte, die nicht vom Unternehmen erstellt wurden, also zum Beispiel “User Generated Content” in Blogs und Foren

Es macht also wenig Sinn, wenn Unternehmen nur ihr eigenes Online-Reich analysieren. Damit brächten sie sich um wichtige Erkenntnisse. Website Tracking und Monitoring wachsen zusammen, werden zur “Webpräsenz-Analyse”. Das Monitoring kann zusätzliche Infos liefern zu Umsatzrückgängen, die zum Beispiel aufgrund schlechter Kritiken am Produkt oder Service in Verbraucherforen oder Blogs entstanden – und auf die deshalb schleunigst geantwortet werden sollte. Ein gutes Beispiel liefern hier die Hotelbewertungsportale. Reisende sowie auch Reisebüros schauen sich die aktuellen Bewertungen der Destinations und Hotels an, um anschließend Ihre Auswahl zu treffen. Schlechte Kritiken des Hotels haben zumeist direkten Einfluss auf die Buchungen.

Einige Anbieter von Webanalyse-Tools haben bereits reagiert und bieten Produkte sowohl für Tracking als auch für Monitoring. Für Unternehmen ist es jedoch nicht (nur) eine Frage des Einkaufs, sondern vor allem eine Frage anspruchsvollen Managements: Es müssen Verantwortlichkeiten und Prozesse  festgelegt werden – etwa wer die Verantwortung für diese umfassende Analyse trägt, welche Abteilung welche Ergebnisse bekommen soll und wer bei welchen potentiellen Problemen im Bedarfsfall zügig handeln muss. Nur wenn die Informationsstrukturen stimmen und alle beteiligten Mitarbeiter an einem Strang ziehen, wird die Webpräsenz-Analyse Erfolg haben. Ich bin überzeugt: Unternehmen, denen die Fusion aus Web Tracking und Monitoring gelingt, gewinnen einen Wissensvorsprung, der ihnen auf ihrem Markt von großem Vorteil sein kann.”

Veröffentlicht am 17. September 2009 Kein Kommentar