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Martin Aschoff: “E-Mail-Marketing kann ein Drittel des Werbebudgets ausmachen”

aschoff-defInterviewreihe zum Thema E-Mail-Marketing: Martin Aschoff, Vorstand Technik der Agnitas AG.

Rund 88% der deutschen Unternehmen sollen laut einer Studie mittlerweile E-Mail-Marketing betreiben. Wo sehen Sie noch Wachstumspotential?

Aschoff: Es mag zwar sein, dass 88% der Unternehmen glauben, sie würden E-Mail-Marketing betreiben. Aber viele haben gar keine Vorstellung, wie professionelles E-Mail-Marketing aussieht und verstehen darunter lediglich den regelmäßigen Massenversand von E-Mail-Newslettern. Intelligentes E-Mail-Marketing besteht aus segmentierten und inhaltlich individualisierten E-Mailings bis hin zum automatisierten Einzelversand von Regel- und Zeit-gesteuerten Service- und Transaktions-Mails. Hier gibt es noch sehr viel zu tun!

Wie hoch sollte das Budget für E-Mail-Marketing im Werbemix prozentual sein?

Aschoff: 100%. Nein, im Ernst, das hängt natürlich von Branche und Zielgruppe ab. Je höher der Prozentsatz der Interessenten und Kunden, die regelmäßig im Internet sind, und je höher die absolute Zahl der potenziellen Empfänger, desto höher sollte auch der Anteil der E-Mail im Marketingmix sein. Das können in Investitionsgüter-Branchen mit B-toB-Zielgruppen 5% sein, bei Internet-Versandhändlern hingegen durchaus bis zu einem Drittel des Budgets.

Welche Aufgaben kann E-Mail-Marketing in Zusammenspiel mit Social-Media-Marketing übernehmen?

Aschoff: Ich glaube nicht, dass Marketing per Social-Media über den Neuheitseffekt hinaus auf Dauer funktioniert. Überspitzt formuliert: Wer möchte denn eine Cola-Marke oder ein Schnellrestaurant zum Freund haben? Vielleicht bin ich aber auch schon zu alt, um das noch zu verstehen.

Welche hausinternen Strukturen und Verantwortlichkeiten braucht ein werbetreibendes Unternehmen für optimales E-Mail-Marketing?

Aschoff: E-Mail-Marketing sollte im Marketing nicht als isolierte Insellösung betrieben werden, sondern in das “alte” Marketing eingebunden sein und einen Baustein des Kundenbeziehungsmanagements (CRM) bilden, um crossmedial und integriert funktionieren zu können.

Welche Unternehmen beeindrucken Sie durch ihr sehr gutes E-Mail-Marketing?

Aschoff: Vor allem die Versandhändler mit Internet-affinen Zielgruppen. Diese Unternehmen arbeiten mit fein segmentierten, dynamischen Zielgruppen und messen von der Öffnung über den Klick bis hin zum Umsatz einfach alles, um ihre Kampagnen laufend zu optimieren. Und um einen hohen Automatisierungsgrad zu erreichen, sind die Systeme wie CMS, CRM-Datenbank und Online-Shop mit der E-Mail-Marketing-Software vernetzt.

Welche Trends und Entwicklungen sollten Ihrer Meinung nach auf der dmexco diskutiert werden?
Die rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen des User Profilings und der Umgang mit den (zahlreichen) schwarzen Schafen der Branche.

Was ist zur Zeit Ihr persönliches Lieblingsgadget?
Das Scott Plasma Pro – eine Zeitfahrmaschine für Triathleten. Funktioniert ohne Strom!

Veröffentlicht am 4. Juni 2009 Kein Kommentar