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Sowohl Ehrlich als auch Blomenkamp beanspruchen Kundendaten für sich

Eine engagierte “Data Debatte” fand in der Debate Hall zum Thema „Wem gehören die Kunden?” statt. Matthias Ehrlich, Vorstand United Internet Media AG (UIM AG) und Vizepräsident im BVDW und Jürgen Blomenkamp, CEO groupM Germany, diskutierten darüber, wer mit Kundendaten arbeiten dürfe.

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Matthias Ehrlich (li.), Jürgen Blomenkamp (re.). Moderator: Raoul Fischer, dot.communication

Das Publikum hatte dazu eine deutliche Meinung. Auf die Frage “Wem gehören anonyme Userprofile, die Nutzer über ihr Surfverhalten im Netz hinterlassen?” antworteten 38 Prozent, das seien die Nutzer:

Nutzer 38 Prozent
Onlinevermarkter 31Prozent
Werbekunden 17 Prozent
Mediaagenturen 10 Prozent
Google 3 Prozent

Ehrlich und Blomenkamp betonten, dass dies zwar für Personendaten richtig sei, nicht aber für anonymisierte Daten. “Ich müsste für alle stimmen, denn es kommt darauf an, wer sich die Arbeit macht, hier in Prozesse und Systeme zu investieren”, so Blomenkamp.

Sowohl Ehrlich als auch Blomenkamp machten klar, dass sie Anspruch auf den Umgang mit diesen Daten erheben. “Wir müssen wieder mehr Effektivität in die Werbung zurückbringen. Daher interessieren wir uns für Targeting, denn mit ihm können wir eine neue Art der Massenkommunikation betreiben “, so Blomenkamp. Er argumentiert für seine Kunden: “Mit Targeting schaffen wir Verbraucherwissen über unsere Kampagnen. Werbetreibende hat somit eine viel größere Kontrolle darüber, was mit ihren Kampagnen passiert.”

Ehrlich äußert hier Bedenken – ihm sei es wichtiger, dass einheitliche Standards geschaffen würden, sowohl für Vermarkter als auch für Agenturen und Werbetreibende. “Würde jeder sammeln dürfen, macht dies irgendwann auch eine Posemuckel GmbH”. Und dies könne dann zur gesellschaftlichen Ablehnung führen. “Der Kunde muss wissen, wer mit seinen Daten arbeitet – und GroupM kennen die meisten Verbraucher nicht.”

Blomenkamp widersprach: “Tut mir leid, wir geben die Marken unserer Kunden nicht brav bei den Medien ab. Es kann nicht sein, dass das eine No-Go-Area für Agenturen ist. Deshalb werden wir keine Alleinvertretungsansprüche anderer unterstützen.” Ehrlich konterte: “Sie bewegen sich in einem Graubereich.”

Ehrlich fände es am besten, wenn Verbände und Vermarkter ein gemeinsames System, einen Standard entwickeln würden. Blomenkamp dauert das zu lange: “Sie können nicht erwarten, dass der Nachfragemarkt bei der Brisanz und echten Not darauf wartet, dass konkurrierende Verbände und Vermarkter sich hinsetzen, um eine Lösung finden – die dann womöglich eine Lösung für die Medienseite ist.”

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Veröffentlicht am 24. September 2009 / Kommentieren


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