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Ken Marco Gitzen fordert: “Zeigt im Video-Advertising mehr Mut”

Interviewreihe zum Thema Video-Advertising: Ken Marco Gitzen, Managing Director der EyeWonder GmbH.

ken-gitzen_gf-eyewonder-kleinVideo-Advertising gilt aktuell als die boomende Online-Werbeform schlechthin. Welche Hürden müssen noch überwunden werden, damit Video-Advertising seine volle Kraft entfalten kann?
Gitzen: Werbetreibende und ihre Agenturen sollten deutlich mehr Mut zeigen und noch deutlich mehr klassische Budgets Richtung Online übertragen. Ich bin überzeugt, dass in den Köpfen der Entscheider immer noch Barrieren überwunden werden müssen. Einfach einmal ausprobieren und anschließend Reporting und Zahlen für sich sprechen lassen. Es lohnt sich. Gleichzeitig sollten Portale und Vermarkter ihre Ängste und Bedenken auch für komplexe Sonderwerbeformen und Inszenierungen auf ihren Webseiten ablegen. Sehr viele Vermarkter sind hier schon auf dem richtigen Weg und gehen die neuen Entwicklungen engagiert und mit großer Begeisterung mit, es gibt aber noch viel Entwicklungspotential.

Wann empfehlen Sie den Einsatz von Video-Ads in Online-Kampagnen, wann nicht?
Gitzen:
Immer dann, wenn ein Spot vorhanden ist und zusätzlich die kreative Idee stimmt! Und zwar nicht nur unter reinen Branding-Gesichtspunkten – dies ist ja schon vielfach nachgewiesen und bekannt – sondern auch bei response- und abverkaufsgetriebenen Online-Kampagnen. Dies lässt sich heutzutage sowieso nur noch in den wenigsten Fällen ganz klar trennen.

Videoproduktion ist teuer. Wann stimmt bei Video-Advertising das Kosten-Nutzen-Verhältnis?
Gitzen:
Videoproduktion muss gar nicht teuer sein. Schon gar nicht für Online-Kampagnen. Ich erinnere mich an eine Online-Kampagne, die einer unserer Agenturkunden für einen Werbekunden aus dem Lebensmittelbereich umgesetzt hat: Dazu wurden extra Videospots produziert – mit einem kleinen Budget. Das Ergebnis war grossartig.  Für eine klassische, marktdurchdringende TV-Kampagne wäre der Gesamtetat viel zu gering gewesen. Mit den richtigen Partnern an der Seite stimmt bei Video-Advertising das Kosten-Nutzen-Verhältnis in jedem Fall.

Woran erkennt ein Werbetreibender bei der Beurteilung einer für ihn produzierten Video-Kampagne Qualität?
Gitzen:
Vor allem an der kreativen und indviduellen Idee. Die Zeiten, in denen man einfach den 25-Sekunden langen TV-Spot, und ich spreche hier ausschließlich für den Bereich der In-Page-Werbung, in ein ContentAd gepackt hat, neigen sich definitiv dem Ende zu. Advertainment – also Werbung mit Interaktivität verknüpft – ist heute mehr denn je gefragt. Der Nutzer will zur Aktion mit dem Werbemittel angeregt und animiert werden. Besonders den interaktiven Werbeformen im In-Stream-Bereich gehört die Zukunft.

Kann eine Video-Kampagne im Internet alleine wirken oder braucht sie immer Unterstützung durch andere Online-Werbemittel? Durch welche?
Gitzen:
Ich finde es konsequent und im Einzelfall unabdingbar, eine Videokampagne durch andere, bestenfalls sogar interaktive, Rich-Media-Werbemittel zu flankieren und auszuweiten. Wirklich allgemein gültig kann man diese Frage aber nicht beantworten, denn dafür sind Online-Kampagnen viel zu unterschiedlich. Es hängt wirklich von der jeweiligen Kampagne und dem zuvor festgelegten Kampagnenziel ab.

Welche Regeln müssen bei der Mediaplanung und Platzierung von Video-Ads beachtet werden?
Gitzen:
Mittlerweile sind Video-Ads bekannt, verbreitet und damit, zumindest aus Sicht der Mediaeinkäufer, in den meisten Fällen so einfach wie Standard-Werbemittel zu buchen. Generell rate ich immer zu etwas längeren Vorlaufzeiten, vor allem bei der Werbemittel-Erstellung und -Anlieferung. Das Produktions-Briefing an die Kreativagentur ist, das zeigt mir unsere Erfahrung als Dienstleister für die Werbemittelauslieferung, häufig noch unzureichend und nicht detailiert genug. Zudem sollten die – leider noch vielen – unterschiedlichen Spezifikationen und technischen Anforderungen genau beachtet werden. Wir alle müssen hier an gemeinsamen Standards im Markt arbeiten, denn dann werden Planung und Umsetzung nochmals deutlich einfacher.

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Veröffentlicht am 28. Juli 2009 / Kommentieren


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