Kay Städele: “In Sachen Kreativität ist im Online-Marketing noch viel Luft nach oben”
In der Online-Branche gibt es derzeit jede Menge spannende Themen, sagt Kay Städele, Ressort Digital Business der Fachmagazine W&V und Kontakter.
Welche Themen sind dieses Jahr “heiß” im Bereich Online-Marketing?
Kay Städele: Der Branche wird in diesem Jahr der Gesprächsstoff sicherlich nicht ausgehen. Nehmen wir etwa das Thema Targeting: Mehrere Agenturen wollen in diesem Segement mitmischen und haben eigene Targeting-Lösungen angekündigt. Damit dringen sie empfindlich in das Geschäft der Online-Vermarkter ein. Diese wiederum haben im Gegenzug Allianzen zur vermarkterübergreifenden Aussteuerung von Werbung angekündigt. Interessant ist dabei besonders das Thema Datenschutz. Ein weiteres heißes Thema ist die Messung von Nutzer-Aktivitäten auf verschiedenen Kanälen. Sei es die Präsentation der Mobile-Facts, die Reichweitenmessung von mobilen Inhalten, oder der vermeintliche Tod der PageImpression. Hinzu kommt die Diskussion um Brutto-Netto-Ausweisung der Online-Werbespendings. Da ist einiges in Bewegung. Nicht zu vergessen sind die Dauerbrenner Video-Werbung und Monetarisierung von Social Media sowie der Boom der Vertikalen Netzwerke.
Welche Online-Marketing-Disziplin sticht mit besonders kreativen oder effizienten Entwicklungen/Kampagnen hervor?
Städele: Die Frage ist schwierig zu beantworten, da die verschiedenen Online-Marketing-Disziplinen nur unterschiedliche Niveaus von Kreativität zulassen. Eine Textanzeige in einer Suchmaschine lässt weniger Kreativität zu als ein Flash-Banner. Auch eine vertriebsorientierte Affiliate-Werbekampagne stellt andere Anforderungen als eine virale Video-Kampagne. Generell lässt sich festhalten, dass im Online-Marketing in Sachen Kreativität noch viel Luft nach oben ist. Dabei ist allerdings auch zu beachten, dass sich die technischen Möglichkeiten immer noch enorm weiterentwickeln. Man denke allein an die Kipp-Funktion des iPhone. Zuletzt die Wirtschaftskrise, in der immer der Vertrieb, die Effizienz eine höhere Priorität gegenüber der Kreativität genießen. Es kommen aber bestimmt wieder bessere Zeiten.
Wenn ein Aussteller mit Ihnen ins Gespräch kommen will – wie geht er am besten vor?
Städele: Der Aussteller kontaktiert mich über Xing oder hinterlässt seine Karte am Stand meines Arbeitgebers, der Werben & Verkaufen.
Was schätzen Sie an der PR von Ausstellern, was eher nicht?
Städele: Ich schätze Realismus und Ehrlichkeit in der PR – und nicht zuletzt interessante Geschichten. Vermieden werden sollte – das Gegenteil.
Als Journalist informieren Sie sich in der Regel bereits vor der Messe umfassend über die wichtigsten Branchenthemen und Vorträge. Wie wichtig sind für Sie das Schlendern durch die Flure und spontane Gespräche?
Städele: Eigentlich gehört das Schlendern über die Flure zu den interessantesten Dingen auf einer Messe, weil man dabei auf Entdeckungstour gehen kann. Leider verkommt das Schlendern aufgrund der Termindichte häufig zu einem Hetzen zum nächsten Gespräch.
Welche Social-Media-Tools nutzen Sie bereits, um sich über die Messe und die Branche zu informieren?
Städele: Genutzt werden der dmexco-Blog und das gute, alte Telefon.
Wie heißt Ihr Twitter-Account bzw. der der Redaktion?
@wuvonline
Welche Personen oder Unternehmen würden Sie gerne als Redner in der dmexco-Conference sehen und zu welchem Thema?
Städele: Gerne würde ich jemanden vom Bundesdatenschutz hören, wie sich das Thema Umgang mit Nutzerdaten aus Behördensicht entwickeln wird. Ansonsten höre ich gerne jedem zu, der etwas Interessantes zu erzählen hat – das ist leider nicht immer der Fall.